Mittelmeerbasar
Das Meer · Geologie

Entstehung des Mittelmeers

Aus der Tethys zum heutigen Becken

Kurz gesagt

Das Mittelmeer ist der Rest eines Ozeans. Zwischen den Urkontinenten lag die Tethys, ein Meer, das sich schloss, als Afrika nach Norden gegen Eurasien wanderte. Diese Bewegung dauert an: Afrika rückt jedes Jahr rund zwei Zentimeter vor, das Becken wird langsam kleiner.

250 Mio
Jahre Tethys
50 Mio
Jahre Kollision
2 cm
Annäherung pro Jahr
3
Subduktionsbögen

01 — TethysEin Ozean, der sich schloss

Vor rund 250 Millionen Jahren lag zwischen den Nordkontinenten und dem Südkontinent Gondwana ein weiter Ozean, die Tethys. Sie öffnete sich keilförmig nach Osten und reichte bis in den heutigen indopazifischen Raum.

Mit dem Zerfall des Superkontinents Pangaea begann Afrika nach Norden zu wandern. Der Ozean dazwischen wurde immer schmaler, seine Kruste tauchte an den Rändern ab. Was heute Mittelmeer heißt, ist der letzte, westliche Rest dieses verschwundenen Ozeans.

Reste des Tethys-Meeresbodens finden sich heute an Land, aufgeschoben in den Gebirgen. Die Gesteine, die dabei aus großer Tiefe an die Oberfläche kamen, gehören zu den Belegen für die Plattentektonik überhaupt.

02 — GebirgeWarum rund ums Meer Gebirge stehen

Die Kollision der Platten schob nicht nur Meeresboden zusammen, sie faltete auch die Ränder auf. In derselben Gebirgsbildung, der alpidischen, entstanden Alpen, Pyrenäen, Apennin, Dinariden, Hellenidien, Taurus und das Atlasgebirge. Sie umgeben das Mittelmeer wie ein Ring.

Das erklärt eine Eigenart der Mittelmeerküsten: Fast überall tritt Gebirge nah ans Wasser. Große Tiefebenen sind selten und meist Schwemmland von Flüssen, wie die Poebene, das Rhonedelta oder die Ebene des Nils.

03 — HeuteEin Meer, das sich weiter verändert

Die Platten bewegen sich weiter. An mehreren Stellen taucht Meeresboden unter die angrenzende Kruste ab, am deutlichsten im Kalabrischen Bogen zwischen Sizilien und Kalabrien und im Hellenischen Bogen südlich von Kreta. Diese Subduktionszonen sind der Grund für die Erdbeben und den Vulkanismus der Region.

Ätna, Vesuv, Stromboli, Vulcano und der Kraterrand von Santorin gehören zu dieser Kette. Auch die schweren Erdbeben Griechenlands, Italiens und der Türkei haben hier ihre Ursache.

Rechnet man die Bewegung fort, schließt sich das Mittelmeer in etwa 50 Millionen Jahren vollständig. An seiner Stelle stünde dann ein Gebirge, wie es der Himalaja heute schon ist, entstanden aus derselben Kollision weiter östlich.

SCHNELLE ANTWORTENHäufige Fragen

Was war die Tethys?Ein Ozean zwischen den Urkontinenten, der sich schloss, als Afrika nach Norden wanderte. Das Mittelmeer ist sein westlicher Rest.
Wird das Mittelmeer kleiner?Ja. Afrika nähert sich Eurasien um rund zwei Zentimeter im Jahr. In etwa 50 Millionen Jahren wäre das Becken geschlossen.
Warum gibt es am Mittelmeer so viele Erdbeben?Weil hier zwei Kontinentalplatten aufeinandertreffen und Meeresboden an mehreren Stellen unter die Nachbarkruste abtaucht.