Mittelmeerbasar
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Türkei

Ägäis und östliches Mittelmeer · rund 5.200 km Küste

Kurz gesagt

Die Türkei grenzt mit rund 5.200 Kilometern an Ägäis und Mittelmeer. Die Ägäisküste im Westen ist zerklüftet und inselreich, die Türkische Riviera im Süden liegt zwischen Taurusgebirge und Meer. Beide Küsten gehören zu den dichtesten Ansammlungen antiker Städte im Mittelmeerraum.

5.200
km Küste
2
Meere
Izmir
größte Küstenstadt
1912
Verlust des Dodekanes

01 — KüsteZwei sehr verschiedene Küsten

Die türkische Mittelmeerküste zerfällt in zwei Abschnitte, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Die Ägäisküste im Westen ist tief zerschnitten, mit langen Halbinseln, Buchten und hunderten vorgelagerten Inseln, von denen die meisten heute zu Griechenland gehören.

Die Südküste dagegen, oft Türkische Riviera genannt, verläuft über weite Strecken geradlinig. Das Taurusgebirge tritt hier nah ans Meer heran und fällt besonders an der Lykischen Küste steil ab. Dazwischen liegen fruchtbare Schwemmebenen wie die Çukurova bei Adana.

Beide Küsten sind archäologisch außerordentlich dicht. Troja, Ephesos, Pergamon, Milet, Priene und Halikarnassos liegen an der Ägäis, Perge, Aspendos, Side und Myra an der Südküste.

02 — GeschichteVon Ionien bis zur Republik

Die Westküste war ab dem 11. Jahrhundert vor Christus griechisch besiedelt. In den ionischen Städten entstanden die ersten Ansätze naturwissenschaftlichen Denkens; Thales, Anaximander und Heraklit stammten von dieser Küste. Später gehörte die Region zu Persien, dem Reich Alexanders, den hellenistischen Königreichen und schließlich zu Rom.

Nach der Teilung des Römischen Reiches lag das Gebiet im Zentrum von Byzanz. Ab dem 11. Jahrhundert drangen seldschukische, ab dem 14. osmanische Verbände vor. Unter osmanischer Herrschaft blieb die Küste bis ins 20. Jahrhundert sprachlich und religiös gemischt.

1912 besetzte Italien den Dodekanes vor der Südwestküste, 1923 fiel er völkerrechtlich an Italien und 1947 an Griechenland. Der Bevölkerungsaustausch von 1923 zwischen Griechenland und der Türkei veränderte die Küstenstädte grundlegend.

ZeitEreignis
ab 1100 v. Chr. Griechische Besiedlung der Ägäisküste, Entstehung der ionischen Städte.
546 v. Chr. Die Küste wird persisch, bleibt es mit Unterbrechungen bis Alexander.
133 v. Chr. Das Königreich Pergamon fällt an Rom, die Provinz Asia entsteht.
ab 1071 Seldschukische Vorstöße nach Kleinasien.
1453 Konstantinopel wird osmanisch, die Küsten folgen endgültig.
1912 Italien besetzt den Dodekanes vor der Südwestküste.
1923 Vertrag von Lausanne, Gründung der Republik, Bevölkerungsaustausch.

03 — KlimaHeiße Sommer, milde Winter

An beiden Küsten herrscht mediterranes Klima mit trockenen, heißen Sommern und milden, feuchten Wintern. Die Südküste ist dabei deutlich wärmer: In Antalya liegen die Mittelwerte im Januar bei rund zehn Grad, im Juli über achtundzwanzig.

Im Sommer weht an der Ägäis der Meltemi, ein trockener Nordwind, der die Hitze erträglich macht und für die Segelreviere prägend ist. Er ist derselbe Wind, den die Griechen Etesien nennen.

STÄDTEOrte an der Küste

SCHNELLE ANTWORTENHäufige Fragen

Wie lang ist die türkische Mittelmeerküste?Rund 1.600 Kilometer am Mittelmeer und etwa 3.600 Kilometer an der Ägäis, zusammen etwa 5.200 Kilometer.
Was ist die Türkische Riviera?Die Südküste zwischen etwa Antalya und Alanya, wo das Taurusgebirge nah ans Meer tritt.
Welcher Wind weht im Sommer an der Ägäis?Der Meltemi, ein trockener Nordwind. In Griechenland heißt derselbe Wind Etesien.
Warum gehören die Inseln vor der Küste zu Griechenland?Der Dodekanes kam 1912 unter italienische und 1947 unter griechische Verwaltung, die nordöstlichen Ägäisinseln bereits nach den Balkankriegen.