Mittelmeerbasar
Inseln · Griechische Inselwelt

Ionische Inseln

Ionisches Meer · auch Heptanes, die Sieben Inseln · Griechenland

Kurz gesagt

Die Ionischen Inseln liegen vor der Westküste Griechenlands im Ionischen Meer. Sieben Hauptinseln geben ihnen den griechischen Namen Heptanes, die Sieben Inseln. Sie sind grüner als die Ägäisinseln und waren als einzige Region Griechenlands nie osmanisch.

7
Hauptinseln
2.307
km² Fläche
Kefalonia
größte Insel
1864
Anschluss an Griechenland

01 — LageGrün statt karg

Die Inseln ziehen sich über rund 350 Kilometer vor der griechischen Westküste, von Korfu im Norden bis Kythira im Süden. Korfu liegt dabei nur wenige Kilometer vor Albanien.

Anders als die Ägäisinseln sind sie auffallend grün. Sie liegen im Regenschatten nichts, sondern im Weg der Westwinde und bekommen mit teils über 1.000 Millimetern im Jahr deutlich mehr Niederschlag als der Osten Griechenlands. Olivenhaine, Zypressen und Pinienwälder prägen das Bild.

Die Region liegt auf einer der aktivsten seismischen Zonen Europas. Das Erdbeben von 1953 zerstörte auf Kefalonia, Ithaka und Zakynthos den größten Teil der Bausubstanz. Deshalb wirken viele Orte dort jünger als auf Korfu, das weitgehend verschont blieb.

02 — GeschichteVenedig, Frankreich, Großbritannien

Die Ionischen Inseln nehmen in der griechischen Geschichte eine Sonderstellung ein: Sie waren als einzige Region nie unter osmanischer Herrschaft. Von 1386 bis 1797 gehörten sie zur Republik Venedig, deren Spuren die Altstädte bis heute prägen.

Nach dem Ende Venedigs folgten kurze französische und russisch-osmanische Zwischenspiele, ehe die Inseln 1815 als Vereinigte Staaten der Ionischen Inseln unter britisches Protektorat kamen. Aus dieser Zeit stammen Straßen, Aquädukte und Verwaltungsbauten, auf Korfu auch das Cricket, das dort bis heute gespielt wird.

1864 trat Großbritannien die Inseln an Griechenland ab, als Geste zum Regierungsantritt König Georgs I. Damit waren sie rund sechzig Jahre früher Teil des griechischen Staates als der Dodekanes.

ZeitEreignis
1386 Korfu stellt sich unter venezianischen Schutz, die übrigen Inseln folgen.
1571 Die Seeschlacht von Lepanto findet vor der Küste bei Nafpaktos statt.
1797 Mit dem Ende Venedigs kommen die Inseln zu Frankreich.
1815 Britisches Protektorat als Vereinigte Staaten der Ionischen Inseln.
1864 Großbritannien tritt die Inseln an Griechenland ab.
1953 Ein schweres Erdbeben zerstört Kefalonia, Ithaka und Zakynthos weitgehend.

03 — Die InselnDie sieben Hauptinseln

Zur Gruppe gehören neben den sieben Hauptinseln zahlreiche kleinere Eilande. Kythira zählt historisch dazu, liegt aber weit südlich vor der Peloponnes und wird heute verwaltungsmäßig zu Attika gerechnet.

InselFläche km²EinwohnerBekannt für
Kefalonia 781 35.801 Größte der Inseln, Melissani-Höhle
Korfu 593 102.071 Venezianische Altstadt, Unesco-Welterbe
Zakynthos 406 40.759 Schiffswrackbucht, Meeresschildkröten
Lefkada 302 22.652 Über eine Brücke mit dem Festland verbunden
Kythira 280 3.972 Südlich der Peloponnes, verwaltungsmäßig zu Attika
Ithaka 96 3.084 Heimat des Odysseus in der Sage
Paxos 25 2.300 Kleinste der sieben Hauptinseln

STÄDTEOrte an der Küste

SCHNELLE ANTWORTENHäufige Fragen

Warum heißen sie Heptanes?Nach den sieben Hauptinseln: Korfu, Paxos, Lefkada, Ithaka, Kefalonia, Zakynthos und Kythira. Heptanisa bedeutet Sieben Inseln.
Waren die Ionischen Inseln osmanisch?Nein. Sie sind die einzige Region Griechenlands, die nie unter osmanischer Herrschaft stand. Von 1386 bis 1797 gehörten sie zu Venedig.
Warum sind die Inseln so grün?Sie liegen im Weg der Westwinde und bekommen teils über 1.000 Millimeter Niederschlag im Jahr, deutlich mehr als die Ägäisinseln.
Was geschah 1953?Ein schweres Erdbeben zerstörte Kefalonia, Ithaka und Zakynthos weitgehend. Korfu blieb verschont, deshalb ist dort die alte Bausubstanz erhalten.