Die Ionischen Inseln liegen vor der Westküste Griechenlands im Ionischen Meer. Sieben Hauptinseln geben ihnen den griechischen Namen Heptanes, die Sieben Inseln. Sie sind grüner als die Ägäisinseln und waren als einzige Region Griechenlands nie osmanisch.
01 — LageGrün statt karg
Die Inseln ziehen sich über rund 350 Kilometer vor der griechischen Westküste, von Korfu im Norden bis Kythira im Süden. Korfu liegt dabei nur wenige Kilometer vor Albanien.
Anders als die Ägäisinseln sind sie auffallend grün. Sie liegen im Regenschatten nichts, sondern im Weg der Westwinde und bekommen mit teils über 1.000 Millimetern im Jahr deutlich mehr Niederschlag als der Osten Griechenlands. Olivenhaine, Zypressen und Pinienwälder prägen das Bild.
Die Region liegt auf einer der aktivsten seismischen Zonen Europas. Das Erdbeben von 1953 zerstörte auf Kefalonia, Ithaka und Zakynthos den größten Teil der Bausubstanz. Deshalb wirken viele Orte dort jünger als auf Korfu, das weitgehend verschont blieb.
02 — GeschichteVenedig, Frankreich, Großbritannien
Die Ionischen Inseln nehmen in der griechischen Geschichte eine Sonderstellung ein: Sie waren als einzige Region nie unter osmanischer Herrschaft. Von 1386 bis 1797 gehörten sie zur Republik Venedig, deren Spuren die Altstädte bis heute prägen.
Nach dem Ende Venedigs folgten kurze französische und russisch-osmanische Zwischenspiele, ehe die Inseln 1815 als Vereinigte Staaten der Ionischen Inseln unter britisches Protektorat kamen. Aus dieser Zeit stammen Straßen, Aquädukte und Verwaltungsbauten, auf Korfu auch das Cricket, das dort bis heute gespielt wird.
1864 trat Großbritannien die Inseln an Griechenland ab, als Geste zum Regierungsantritt König Georgs I. Damit waren sie rund sechzig Jahre früher Teil des griechischen Staates als der Dodekanes.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| 1386 | Korfu stellt sich unter venezianischen Schutz, die übrigen Inseln folgen. |
| 1571 | Die Seeschlacht von Lepanto findet vor der Küste bei Nafpaktos statt. |
| 1797 | Mit dem Ende Venedigs kommen die Inseln zu Frankreich. |
| 1815 | Britisches Protektorat als Vereinigte Staaten der Ionischen Inseln. |
| 1864 | Großbritannien tritt die Inseln an Griechenland ab. |
| 1953 | Ein schweres Erdbeben zerstört Kefalonia, Ithaka und Zakynthos weitgehend. |
03 — Die InselnDie sieben Hauptinseln
Zur Gruppe gehören neben den sieben Hauptinseln zahlreiche kleinere Eilande. Kythira zählt historisch dazu, liegt aber weit südlich vor der Peloponnes und wird heute verwaltungsmäßig zu Attika gerechnet.
| Insel | Fläche km² | Einwohner | Bekannt für |
|---|---|---|---|
| Kefalonia | 781 | 35.801 | Größte der Inseln, Melissani-Höhle |
| Korfu | 593 | 102.071 | Venezianische Altstadt, Unesco-Welterbe |
| Zakynthos | 406 | 40.759 | Schiffswrackbucht, Meeresschildkröten |
| Lefkada | 302 | 22.652 | Über eine Brücke mit dem Festland verbunden |
| Kythira | 280 | 3.972 | Südlich der Peloponnes, verwaltungsmäßig zu Attika |
| Ithaka | 96 | 3.084 | Heimat des Odysseus in der Sage |
| Paxos | 25 | 2.300 | Kleinste der sieben Hauptinseln |