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Marokko

Nordafrika · rund 512 km Mittelmeerküste · Alboran-Meer

Kurz gesagt

Marokko ist eines von wenigen Ländern mit Küste an zwei Meeren: rund 512 Kilometer am Mittelmeer und über 1.800 am Atlantik. Die Mittelmeerküste liegt am Alboran-Meer, dem westlichsten Becken, und wird vom Rifgebirge geprägt, das stellenweise direkt ins Meer abfällt.

512
km Mittelmeerküste
14
km Straße von Gibraltar
2.456
m höchster Rifgipfel
2
spanische Exklaven

01 — KüsteDas Rif am Meer

Die marokkanische Mittelmeerküste beginnt an der Straße von Gibraltar und reicht bis zur algerischen Grenze bei Saïdia. Sie ist mit rund 512 Kilometern deutlich kürzer als die Atlantikküste, landschaftlich aber die spektakulärere: Das Rifgebirge zieht sich parallel zur Küste und erreicht im Jbel Tidirhine 2.456 Meter.

Zwischen den Bergen und dem Wasser bleibt oft nur ein schmaler Streifen. Steilküsten wechseln mit tief eingeschnittenen Buchten, dazwischen liegen kleine Schwemmebenen. Der Nationalpark Al Hoceima schützt einen Abschnitt mit Kalksteinklippen und einer der letzten Populationen des Fischadlers am südlichen Mittelmeer.

An dieser Küste liegen zwei spanische Exklaven: Ceuta gegenüber von Gibraltar und Melilla weiter östlich. Beide gehören staatsrechtlich zu Spanien und damit zur Europäischen Union.

02 — MeerengeVierzehn Kilometer bis Europa

An ihrer schmalsten Stelle ist die Straße von Gibraltar nur rund 14 Kilometer breit. Sie ist die einzige natürliche Verbindung des Mittelmeers zum Atlantik und damit die Stelle, an der sich das gesamte Wasser des Beckens erneuert.

Der Austausch verläuft in zwei Schichten: Oben strömt vergleichsweise salzarmes Atlantikwasser ein, unten fließt schwereres, salzreicheres Mittelmeerwasser hinaus. Ohne diesen Zustrom würde das Mittelmeer verdunsten, weil es mehr Wasser verliert, als Flüsse und Regen nachliefern.

In der Antike galten die Berge beiderseits der Enge als Säulen des Herakles. Auf marokkanischer Seite wird dafür meist der Jbel Musa angesehen.

03 — GeschichteZwischen zwei Kontinenten

Die Küste war phönizisch, dann karthagisch und römisch geprägt; die römische Provinz hieß Mauretania Tingitana nach der Stadt Tingis, dem heutigen Tanger. Ab dem 8. Jahrhundert war die Region Ausgangspunkt der arabischen und berberischen Expansion nach Spanien.

Im 15. und 16. Jahrhundert setzten sich Portugal und Spanien an mehreren Küstenpunkten fest. Von 1912 bis 1956 war der Norden spanisches Protektorat, während der größere Teil des Landes unter französischer Verwaltung stand. Die Teilung erklärt bis heute, warum im Rif häufiger Spanisch als Französisch gesprochen wird.

ZeitEreignis
ab 1100 v. Chr. Phönizische Handelsstützpunkte an der Küste, darunter Tingis.
40 n. Chr. Rom richtet die Provinz Mauretania Tingitana ein.
711 Von hier aus setzen arabisch-berberische Verbände nach Spanien über.
1497 Spanien nimmt Melilla ein, 1580 kommt Ceuta hinzu.
1912–1956 Spanisches Protektorat im Norden, französisches im übrigen Land.
1956 Unabhängigkeit Marokkos, Ceuta und Melilla bleiben spanisch.

STÄDTEOrte an der Küste

SCHNELLE ANTWORTENHäufige Fragen

Wie lang ist Marokkos Mittelmeerküste?Rund 512 Kilometer, vom Kap Spartel an der Straße von Gibraltar bis zur algerischen Grenze.
Wie breit ist die Straße von Gibraltar?An der schmalsten Stelle rund 14 Kilometer. Sie ist die einzige natürliche Verbindung des Mittelmeers zum Atlantik.
Welches Meer grenzt an Marokko?Im Norden das Alboran-Meer, das westlichste Nebenmeer des Mittelmeers, im Westen der Atlantik.
Warum liegen spanische Städte an Marokkos Küste?Ceuta und Melilla wurden im 15. und 16. Jahrhundert erobert und blieben bei der Unabhängigkeit 1956 bei Spanien.